Snoezelen-Raum
Das Wort Snoezelen (sprich: snuselen) kommt aus dem Niederländischen und setzt sich aus den Wörtern „snuffelen“ = schnuppern und „doezelen“ = dösen zusammen. Ende der 70er Jahre entwickelten Jan Hulsegge und Ad Verheul dieses Konzept, das ein spezielles Angebot für Menschen mit schwerer Behinderung ist. Es können jedoch auch alle anderen die angenehme Atmosphäre im Snoezelenraum genießen.
Warum sehen Sie hier kein Bild? Die Atmosphäre eines solchen Raumes lässt sich nicht mit einer Kamera einfangen. Machen Sie sich doch einfach eines. Vielleicht helfen Ihnen dabei diese Zeilen:
Stellen Sie sich einen abgedunkelten Raum vor, es dringen keine Geräusche von außen herein. Sanfte musikalische Klänge sind im Einklang mit den aufsteigenden Wasserblasen der Wasssersäule zu hören. Sie machen es sich bequem auf einem Klangbett und spüren, wie die Klänge der Musik den weichen Untergrund sanft vibrieren lassen. Sie werden ruhig und entspannen sich. Die Reize, die Sie vermittelt bekommen, sind basal, ungefiltert und rein.
Jeder Mensch wird von seinen Sinnen geleitet: Hören, Sehen, Riechen, Tasten oder Schmecken. Dies funktioniert über ständige Reize aus unserer Umwelt. Aber was ist, wenn diese Reize falsch gesteuert, unterbrochen oder häufig gar nicht aufgenommen werden können? Wie geht es behinderten Kindern, die nicht in der Lage sind, die Musik aus dem Radio als angenehmen Klang zu empfinden, die verunsichert sind durch die vielen Gerüche, die ständig um sie sind, die nicht umzugehen wissen mit den vielen Lichteindrücken, die ständig auf sie einfließen?
Beim Snoezelen ist es möglich, sich auf einzelne Sinneswahrnehmungen zu konzentrieren. Die Sinne werden nicht in der Breite, sondern in der Tiefe angesprochen. Um dies zu ermöglichen, versucht man die gewünschten Reize selektiv anzubieten und gleichzeitig unnötige Reize zu reduzieren. Als Prinzip gilt dabei, so weit wie möglich den Freiraum und die Zeit zu geben, selber die Angebote auszuwählen, welche als angenehm empfunden werden. Der Snoezelenraum der Bugenhagen-Schulen bietet eine Umgebung, die so einladend und anregend wirkt, dass die Kinder dadurch zur Aktivität stimuliert werden. Gleichzeitig strahlt der Raum die notwendige Ruhe aus, um Entspannung zu ermöglichen.
Mit Hilfe von Lichteindrücken, Geräuschelementen, Klanginstallationen und Duftkompositionen werden stimulierende und gleichzeitig entspannende Reizangebote geliefert. Es wird eine Atmosphäre geschaffen, die ein Entspannungsangebot für schwer behinderte Kinder beinhaltet. Diese Menschen können die für uns vorhandenen Entspannungsangebote oft nicht nutzen, da sie entweder körperlich nicht in der Lage sind oder weil sie die Angebote auf Grund ihrer Einschränkungen nicht genussvoll aufnehmen können. Der Snoezelenraum wird ebenfalls zur Wahrnehmungsförderung und zur strukturierten, pädagogischen und therapeutischen Arbeit genutzt. So können zum Beispiel „Traumreisen“ erzählt werden, Bilderbücher angesehen werden, die Kinder massiert werden, mit Tüchern, Bürsten, Igelbällen usw. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – nur, es findet alles in angenehmer Stille und Ruhe statt.