10 Apr

Bertinipreisträger spielen noch einmal!

“Aus der Reihe tanzen“
Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung am 8. Mai der Hauptkirche St. Katharinen mit Tornado Rosenberg und dem Theaterprojekt Jg. 13 der der Bugenhagenschule (Bertini Preisträger 2018) am denk.mal Hannoverscher Bahnhof und in der Halle 424 (Oberhafen)
Der 8. Mai markiert mit dem Ende des II. Weltkrieges und der Kapitulation Deutschlands ei-nen Tag der Befreiung von Diktatur und Krieg. Dazu laden die Hauptkirche St. Katharinen mit Tornado Rosenberg und dem mit dem BERTINIPREIS ausgezeichneten Theaterprojekt der Bugenhagenschule zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung. Wir beginnen am denk.mal Hannoverscher Bahnhof in der HafenCity zur Erinnerung an die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus von hier in die Konzentrationslager in Osteuropa verschleppt wurden.

Die Mehrzahl der Deportierten waren Juden, Sinti und Roma, darunter auch der Vater und weitere Familienmitglieder des Musikers und Autoren Tornado Rosenberg. Die Gedenkveranstaltung findet unter Leitung von Tornado Rosenberg und Pastor Frank Engelbrecht von der Hauptkirche St. Katharinen statt.
Zur Fortsetzung gehen wir in die Halle 424 im Oberhafen. Den Auftakt macht hier Musiker, Autor und Redner Tornado Rosenberg. Mit Gespräch, Lesungen und seiner Musik leitet er zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus und zur Versöhnung, damit Frieden mög-lich ist und wir eine Zukunft haben. Ausgangspunk bildet sein aktuelles Buch: „Vom Glück im Leben!“, in dem Tornado Rosenberg die Geschichte seiner Eltern Lani Rosenberg und seine Frau Hilde Rosenberg, genannt „Mama Blume!“ erzählt.
Lani Rosenberg wurde vom Hannoverschen Bahnhof deportiert. Im Konzentrationslager lernte er seine Frau Hilde kennen und lieben. Gemeinsam überlebten sie, kehrten nach Hamburg zurück und gründeten ihre Familie. „Für mich ist die Lebensgeschichte meiner Eltern ein Dokument der Überwindung von Hass und Zertrennung.“, sagt Tornado Rosenberg. „Mein hat Vater immer gesagt: Begegne diesem Hass nicht mit Hass. Er blockiert und hindert einen daran, unschuldige Menschen zu lieben.“ Als Kind von Opfern des Natio-nalsozialismus setzt er sich Zeit seines Lebens als Musiker und mit bürgerschaftlichem Enga-gement für Frieden und Versöhnung der Völker und Generationen ein.

Zum Abschluss des Abends nimmt der Theaterkurs Jg. 13 der Bugenhagenschule Alsterdorf mit ihrem Theaterstück das Thema auf: “Aus der Reihe tanzen – ein Theaterprojekt zur Hamburger Swingjugend”.
Die Schülerinnen und Schüler haben das Stück unter Leitung von Corinna Honold auf der Basis von Originalzitaten aus Zeitzeugenberichten erarbeitet und dafür den Bertini Preis 2018 erhalten. „Wir wollen die Geschichte der Swing-Jugend und ihrer Verfolgung durch die Nazis lebendig zu halten. Damit sie nicht in Vergessenheit gerät, gerade jetzt, wo die Zeitzeugen immer weniger werden. Angesichts der Entwicklung der rechten Szene in mehreren Ländern ist es wichtig ihre Geschichte weiterzutragen, die zeigt, dass man sich auflehnen kann“. Dabei ist es den Schülern wichtig, an die Ausgrenzung von Menschen zu erinnern, die nichts Böses getan haben, sondern verfolgt wurden wegen ihrer Freude am Leben, an Musik und Tanz.

18 Uhr: Gedenken am denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Am Hannoverschen Bahnhof (HafenCity/Lohsepark) mit Pastor Frank Engelbrecht von St. Katharinen und Tornado Rosenberg, Eintritt frei
Ab 19 Uhr: „Aus der Reihe tanzen“, Gespräch, Lesung, Musik und Theater u.a. mit Tornado Rosenberg und dem Theaterkurs Jg. 13 der Bugenhagenschule Alsterdorf in der Halle 424, Stockmeyerstraße 43 (Oberhafen), Abendkasse: 10,-Euro, Schülerinnen, Schüler und Studie-rende frei.
Fotos: Michael Baltzer und Carsten Thun