Kategorie: Theater / Musik

12 Feb

Theater im Klassenzimmer – “Das ist Esther”


Foto und Textauszüge: Website Thalia Theater; https://www.thalia-theater.de

Die 17-jährige Mary Ann erzählt unseren Schülern von ihrer Großmutter Esther und von sich und blättert Bruchstücke der Erinnerung auf. Im Gepäck: Fotos und O-Töne, die die Stationen des Lebens der Holocaust-Überlebenden Esther Bauer dokumentieren. Unsere Schüler lauschen gebannt, ergriffen und manchmal erschrocken, wie echt es sich anfühlt, wenn Mary Ann mit dem Lineal auf sie zeigt … “links … rechts …links …”. Eine Richtungswahl, die in Auschwitz über Leben oder Tod entschieden hat.

Mary Ann erzählt von der behüteten Kindheit ihrer Großmutter in Eppendorf, dem Beginn der Nazi-Herrschaft, über die Deportation ins Ghetto Theresienstadt und in das KZ Auschwitz, von der Befreiung in Mauthausen bis zur Emigration nach New York und den Aufbau einer neuen Existenz. Das Stück erzählt vom Glück des Überlebens. Es thematisiert darüber hinaus den Tod der nahezu letzten Zeitzeugen auf einer sehr persönlichen Ebene.

„Mit einem drama­tur­gi­schen Kniff gelingt es, mehrere Frage­stel­lungen einer Insze­nie­rung (Regie: Katja Langen­bach), in deren Mittel­punkt der Bericht einer Holocaust-Überlebenden steht, zu lösen”. 

“Es ist die Enkelin, die den Monolog spricht. Esther Bauer, die Groß­mutter, betritt die Szene nicht. So muss die vorhan­dene Distanz nicht geleugnet werden und die Gefahr, in falsche Iden­ti­fi­zie­rung und Gefüh­lig­keit zu rutschen, ist geringer. Zugleich ist durch die Enkelin die Perspek­tive einer Vertre­terin der heutigen jungen Gene­ra­tion einge­woben, die aber durch „Granny“ in Verbin­dung mit dem histo­ri­schen Geschehen steht. Sie wird die glaub­wür­dige Mitt­lerin in einer Zeit, in der es immer weniger Zeit­zeugen gibt.“ Angela Dietz, Theatermagazin Godot

Die Geschichte von Esther Bauer …
http://www.werkstatt-der-erinnerung.de/migration/bauer.html

28 Jan

Bertini-Preis für unsere Schüler


Foto: Jörg Münch

Im Ernst-Deutsch-Theater wurde am Sonntag zum 21. Mal der Bertini-Preis für Zivilcourage verliehen. Zusammen mit 3 anderen Projekten teilt sich der  Theaterkurs des Jahrgangs 13 unter der Leitung unserer Theaterpädagogin Corinna Honold den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis.

AUS DER REIHE TANZEN – ERINNERUNG AN DIE SWINGJUGEND
Projektbeschreibung

Hamburger Abendblatt am 28.01.19 - pdf zum Lesen 

 Hamburg Journal vom 27.01.2019

Die Rolle der Swings während des Nationalsozialismus ist nur den wenigsten bekannt und dennoch nicht wegzudenken aus der deutschen Geschichte. In dieser friedlichen Gegenbewegung und dem Spaß am anglophilen Stil, haben die Jugendlichen über den eigenen Tellerrand geschaut und sich sehr weltoffen gezeigt.
Gemeinsam hat unsere 18-köpfige Gruppe das Theaterstück „Aus der Reihe tanzen“ entwickelt und appelliert mit diesem Projekt gegen das Vergessen der Swing Jugend in Hamburg. Zur Inspiration und Recherche haben die Schüler der Bugenhagenschule Zeitzeugenberichte gelesen, Dokumentationen und Filme gesehen sowie ein Theaterstück zum Thema besucht.
Sie zeigen, wie brutal die Swings im Laufe des Krieges aufgrund ihres Musikgeschmacks verfolgt und bestraft wurde. Durch das Andenken rufen sie die Zivilcourage und den Mut der Swings in Erinnerung.


Foto: Jörg Münch

18 Dez

“Aus der Reihe tanzen!” … Eindrücke zur Aufführung

Theaterstück zur Hamburger Swingjugend

Zuschauerreaktion einer Schülerin auf “Aus der Reihe tanzen!”:

Es geht um die Hamburger Swingjugend und ihre inneren Konflikte. Hin und her gerissen zwischen der dominanten Hitlerjugend und dem unstillbaren Verlangen nach Freiheit.
Das wird schon in der ersten Scene deutlich. Es wird beschrieben wie sich die Swingjugend damals kleidete, wie sie sich benahmen und welche verbotenen Dinge sie mit rebellischer Freude planten und taten. Niemand von ihnen wollte sich etwas vorschreiben lassen.
Es folgen charmante Tanzscenen mit Wow-Effekt.
Die Schauspieler haben sicher lange an ihren Swingmoves gefeilt bis Alles so gut saß. Das Theaterstück spiegelt aber auch die Angst und das Risiko, Teil der Swingjugend gewesen zu sein, wider. Es wird von traumatischen Erlebnissen erzählt. Von Festnahmen, Verhöre und Freunden, die nie zurück kehrten. Man merkte, wie die Lebensfreude langsam aber sicher entglitt.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass das jeden Zuschauer sehr berührt hat. Nach der traurigsten Stelle im Stück, Stille… Und auf einmal… Gesang! Diejenige die eben noch von traumatischen Erlebnissen berichtete, fängt plötzlich an zu singen. Den bekannten Swing-Song: “It don’t mean a thing” mit dem so sehr passenden Textzeilen: “It don’t mean a thing, if I ain’t got that Swing!” Dabei kommen nach und nach die anderen Schauspieler auf die Bühne bis alle gemeinsam singen und swingen. Das ist das Finale des Stückes.
Die letzte Scene blieb wohl jedem im Gedächtnis!

Die Schauspieler haben es geschafft, ihre Zuschauer zu begeistern und sie die ganze Bandbreite der Emotionen mitfühlen zu lassen.
Eine sehr gelungene Aufführung!

13 Dez

Theaterkurs gewinnt Bertini-Preis!

     Trailer zum Theaterstück “Aus der Reihe tanzen”

Wir haben es geschafft!!!

Der Theaterkurs des 13. Jahrgangs hat sich erfolgreich beim diesjährigen Bertini – Preis beworben und bekommt neben weiteren Hamburger Schülergruppen den Preis am 27.Januar 2019 im Ernst-Deutsch-Theater überreicht.

Was ist der Bertini-Preis?
Für diesen Preis können sich Hamburger Schülerinnen und Schüler bewerben oder vorgeschlagen werden, die in einem Projekt couragiert gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt von Menschen gegen Menschen eintreten.

Unser Projekt:
Die Rolle der Swings während des Nationalsozialismus ist nur den wenigsten bekannt und dennoch nicht wegzudenken aus der deutschen Geschichte. In dieser friedlichen Gegenbewegung und dem Spaß am anglophilen Stil, haben die Jugendlichen über den eigenen Tellerrand geschaut und sich sehr weltoffen gezeigt. Für uns war es spannend zu erkennen, wie es für die Swings möglich war, eine angenehme Atmosphäre in einer unangenehmen Umgebung zu schaffen.
Gemeinsam hat unsere 18-köpfige Gruppe das Theaterstück „Aus der Reihe tanzen“ entwickelt und appelliert mit diesem Projekt gegen das Vergessen der Swing Jugend in Hamburg. Zur Inspiration und Recherche haben wir Zeitzeugenberichte gelesen, Dokumentationen und Filme gesehen sowie ein Theaterstück zum Thema besucht.
Wir zeigen, wie brutal die Swings im Laufe des Krieges aufgrund ihres Musikgeschmacks verfolgt und bestraft wurden. Durch das Andenken rufen wir die Zivilcourage und den Mut der Swings in Erinnerung.
Als wir beim Dreh eines Bewerbungs -Trailers für den Bertini-Preis die Gedenkstätte im Stadthauses an der Stadthausbrücke– dort befand sich das Gestapo Hauptquartier- festgestellt haben, dass dort kein einziger Hinweis auf die Hamburger Swing-Jugend zu finden ist, wurde uns klar, wie wichtig unser Projekt gegen das Vergessen dieser Jugendsubkultur eigentlich ist.

Wir freuen uns riesig: Ali, Vanessa, Paula, Paulina, Serguei, Lars, Tom, Simon, Jakob, Johannes, Tandy, Jannika, Jeannette, Emilia, Bjarne, Louisa, Dylan, Chiara
Textfassung und Leitung: Corinna Honold

Dank an Uwe Storjohan
Mit Unterstützung des Fördervereins

 

 

01 Nov

Aus der Reihe tanzen – Theaterprojekt zur Hamburger Swingjugend

„A u s   d e r   R e i h e   t a n z e n   –   e i n   T h e a t e r p r o j e k t   z u r   H a m b u r g e r   S w i n g j u g e n d “ 

Wer zu den Swings gehörte oder sich in ihrem Umkreis bewegt hat, ist für alle Zeit allergisch gegen angemaßte Autorität. Den Swing Rhythmen aber sind wir durch ein halbes Jahrhundert verbunden geblieben. In einer Zeit der Albträume, Verstörungen und Verfolgungsängste, war ich dem Gefühl von Lebensfreude, weiter Welt und Freiheit nie so nahe gewesen, wie damals bei John Kristel im Alsterpavillon. (Uwe Storjohan)

Wir untersuchen in diesem selbstentwickelten Stück die Hamburger Swing Jugend in Hamburg der 40er Jahre. Welche Musik haben sie gehört, wie haben sie getanzt und welche Ängste gab es? Aus zahlreichen Quellen und Zeitzeugenberichten zeigen wir eigene Szenen und nähern uns so der ersten Jugendsubkultur an. Es spielt der Theaterkurs Jg. 13 unter der Leitung von Corinna Honold

Unterstützt vom Förderverein der Bugenhagenschule.