Lou und Maya

Worum geht es in unserem Stück? 

Das Theaterstück „Lou und Maya“ erzählt von dem 9-jährigen Louis. Er hört aber nur auf Lou. Das wissen alle. Alle. Seine Familie, deine Freunde und auch die Lehrer. Man lernt ihn und seine große Schwester Maya kennen. Maya ist magersüchtig und Lou weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Als sie aus der Klinik zurückkommt, gibt es Streit und alte Geschichten kommen wieder hoch.  Es ist ein Stück mit vielen Höhen und Tiefen, es geht um Rückkehr, Probleme, Geschwister, ein altes T-Shirt und überforderte Eltern. 

Im neuen Stück „Lou und Maya“ geht es um die Geschwister Louis-kurz Lou- und Maya. Der neunjährige Lou spielt sein absolutes Lieblingsspiel Supertrumpf, ein Quartett, mit seinen besten Freunden Roberta und Johanna auf dem Pausenhof. Eines Tages ruft Herr Hannes Lou in sein Büro, weil seine Eltern am Hörer sind und ihm etwas sagen wollen. Maya war mehrere Monate wegen ihrer Magersucht im Krankenhaus und ist endlich zurückgekehrt. Lou macht sich sofort auf den Weg nachhause, um nachzusehen wie seine Schwester sich verändert hat. Lou muss sich auf Maya gefasst machen…..

In unserem Theater Stück geht es um die 14 Jährige Maya, die magersüchtig ist und ihrem kleinen Bruder Louis. Maya ist gerade aus einer Klinik für Magersüchtige rausgekommen und ist wieder zuhause. Louis erzählt die Geschichte aus seiner Sicht, wie er damit klarkommt und die Dinge sieht. Hinzu kommt, dass seine Freunde ihn immer wieder über seine Schwester ausfragen und seine Eltern sich mehr um Maya kümmern als um ihn…

Schreibe einen Dialog zwischen zwei Ärzten, die sich über die Krankheit Magersucht unterhalten, baue möglichst viel Infos zu dem Thema ein.

Dialog 1

(Alles was kursiv ist, ist die Regieanweisungen)

Requisiten: Tisch mit 2 Stühlen, Kaffeebecher, Kaffeemaschine

1. Arzt: geht zur Kaffeemaschine und holt sich einen Kaffeebecher und macht sich Kaffee und setzt sich auf einen Stuhl.

2. Arzt: kommt dazu und sieht den 1. Arzt und setzt sich hin  

Hey, sieht so aus als hättest du wieder einen anstrengenden Tag gehabt.

1. Arzt: Ja mir wurde eine neue Patientin eingeliefert.

2. Arzt: Und? 

1. Arzt: Und während ich sie als erstmals untersuchte… oh warte ich habe den Zucker vergessen. Geht zur Kaffeemaschine und holt sich eine Zuckerpackung. Geht langsam wieder zum Sitzplatz zurück. Also, als ich sie erstmals untersuchte, war ihre Mutter die ganze Zeit dabei und hat die ganze Zeit fragen gestellt. 

Wuchtelt manchmal mit der Zuckerpackung herum. 

2. Arzt: grinst

1. Arzt: Setzt sich wieder hin Sie fragte zum Beispiel: verstellt Stimme „Ist das schlimm dieses Anorexia nervosa?“, oder „Wie lange hat sie das schon“, Stimme wird ärgerlicher  oder „Ist das eher eine körperliche oder geistliche Störung“, oder…

2. Arzt: Ja ich habe genug gehört. Das kann natürlich nerven, aber wir als Ärzte müssen das halt alles tun.

1. Arzt: Wenn du meinst.

Stille

1. Arzt: guckt auf den Boden nachdenklich Die Patientin, war aber auch sehr aktiv. Wollte die ganze Zeit vom Stuhl aufstehen. 

2. Arzt: Tja, ist ja normal, dass sie sportlich sein wollen, um mehr Körpergewicht zu verlieren. Denn die Magersüchtigen Menschen empfinden es, obwohl sie mager sind, dass sie noch zu „dick“ sind.

1.Arzt: Und als ich sie nach dem Körpergewicht anfangs gefragt habe, was sowieso hypothetisch ist, lag sie 15 kg daneben.

2. Arzt: Genau, denn Magersüchtige Menschen lügen oft über ihr Gewicht, damit die Menschen denken, dass sie normal sind. Magersüchtige neigen auch dazu sich von der Gesellschaft abzuwenden.

1. Arzt: trinkt aus der Kaffeetasse Oh, mein Kaffee ist leer und die Schicht beginnt gleich wieder. Hoffentlich wird sie nicht das essen verweigern, wie die meisten anderen. Beim ins Off gehen Dann bis später.

2. Arzt. Bis später. sitzt nachdenklich für 5-10 Sekunden und geht ins Off.

Dialog 2

(Arzt 2 steht vorne auf der Bühne, Arzt 1 kommt hinzu)

Arzt 1: Hey meinst du, du kannst dir das hier mal angucken? 

(Hält ein Klemmbrett in Richtung von Arzt 2)

Arzt 2: Ich habe eigentlich gerade Mittagspause. Na gut weil du es bist.

 (Nimmt das Klemmbrett)

Arzt 1: Ich habe eine Patientin, gestern spät Abends eingeliefert. Ein Zeuge hat berichtet sie wäre einfach umgefallen. Beim Joggen, wohl vor Erschöpfung.

Arzt 2: Ok aber wieso kommst du damit zu mir?

Arzt 1: Also, das Mädchen ist dünn wie ein Streichholz, und wollte seit sie aufgewacht ist nichts essen. Sie meint es geht ihr gut aber ich glaube sie hat Magersucht. 

Arzt 2: Ach Quatsch, der ist wahrscheinlich nur ein bisschen komisch im Bauch und gestern ist sie halt ein Marathon zu viel gelaufen. 

Arzt 1 (ein bisschen aufgeregt): Hör zu, das ist nicht witzig. Sie hat laut den Aussagen der Eltern gestern nur ein wenig Gemüse gegessen und war sonst die ganze Zeit auf ihrem Zimmer und hat mit Leuten geschrieben die wahrscheinlich alle dasselbe Problem haben. Sie muss in klinische Behandlung.

Arzt 2: Seien wir mal ehrlich, Sport und eine Diät würden dir auch mal wieder gut tun. Und nix anderes macht die junge  ame eben. Wenn sie sagt ihr geht es gut dann wird das wohl wahr sein und ich würde sie wieder entlassen, und was ihre Eltern angeht da-

Arzt 1 (jetzt lauter): Diese Patientin braucht unsere Hilfe auch wenn sie es nicht zeigen kann. Und ich hätte wissen müssen das du das alles runterspielst, so etwas ist eine ernstzunehmende Krankheit. Und ihre Eltern klangen gestern fast so als hätten sie schon gewusst, dass ihr Kind um 21 Uhr draußen herumrennt und dann in die Notaufnahme muss. 

(Wieder ruhig) Selbst wenn du am Ende recht hast und nicht los ist schadet es ja nicht sie noch ein paar Tage hierzubehalten und zu beobachten. Und jetzt weiß ich, wenn ich in Zukunft nicht mehr um Rat bitten werde.( Dreht sich um und geht von der Bühne

Arzt 2(ruft hinterher): Danke, du hast meine Pause übrigens ruiniert! 

(Geht auch von der Bühne ab)

Schreibe einen Tagebuch Eintrag  aus der Sicht von Maya, was geht ihr durch den Kopf, wie fühlt sie sich wieder daheim?

Liebes Tagebuch, 

vor 3 Tagen wurde ich aus der Klinik entlassen und es fühlt sich irgendwie merkwürdig an. So frei, ich kann entscheiden, wann ich was essen und wie viel und ich kann auch entscheiden, was ich mache. Wenn ich Fernsehen gucken möchte, dann mache ich das einfach. In der Klinik konnte ich das nicht so einfach machen. Aber es fühlt sich auch irgendwie merkwürdig an. In der Klinik gab es eine Struktur, die uns geholfen hat gesund zu  werden. Es gab feste Zeiten für einfach alles und es wurde auch alles ganz genau kontrolliert und dokumentiert. Ich wurde jeden Tag einmal morgens und einmal abends gewogen und je nachdem, wie viel ich wog, musste ich mehr essen und weniger Sport machen. Zuhause wiege ich mich nicht, weil ich gar nicht wissen will, wie schwer ich bin. Ich habe Angst, dass ich zu schwer bin und dann wieder anfange die Kalorien auszurechnen, zu viel Sport mache und alles wieder von vorne anfängt. 
Ich versuche wirklich mich zu bessern und die neue Chance zu nutzen, aber immer wenn ich in den Spiegel gucke, finde ich mich zu dick und wenn ich Essen sehe, sehe ich auch gleichzeitig mein viel zu dickes Spiegelbild vor mir. 
Und wenn ich an Essen denke, wird mir  schlecht, wenn ich es rieche, ist es noch schlimmer. Ich habe in der Klinik gelernt, dass ich nicht nachdenken  soll, sondern es einfach zu essen und dabei an was ganz anderes denken soll. Wenn es mir hilft, soll ich dabei Musik hören oder Fernsehen gucken, um mich vom Essen und den vielen Kalorien die das Essen hat, abzulenken. Ich habe mit dem Hunger, den ich immer habe, auch meine Gefühle kontrolliert. 
In der Klinik musste ich offen über meine Gefühle sprechen, was ich so gut wie es ging vermied , weil ich es nicht mag mit anderen Leuten über meine Gefühle und Gedanken zu sprechen . Also haben die Ärzte gesagt, ich soll das alles in ein Tagebuch schreiben und es hilft wirklich. Es ist noch ein langer Weg, bis ich komplett gesund bin und er wird schwierig ,deswegen dachten die Ärzte, es sei das Beste, wenn ich zuhause bei meiner Familie bin, damit sie mir helfen kann und ich denke, dass es ein bisschen hilft, aber nicht viel. Ich denke trotzdem, dass ich es schaffen kann, auch wenn es noch lange dauern wird und es nicht einfach ist. Ich will es aber unbedingt schaffen , denn ich will nicht zurück zur Klinik. Dort war alles so angespannt, und ich habe mich nicht wohlgefühlt ,weil jeder Schritt gezählt wurde und man immer so viel essen musste. Außerdem wurde man bei allem kontrolliert und man hatte nur wenig Kontakt zu anderen Kindern, weil man nicht zu lange Kontakt mit anderen Patienten haben durfte, weil die Ärzte immer befürchtet haben, dass wenn man zu lange redet, man Tricks untereinander austauscht, wie man das Essen verschwinden lässt, man mehr Sport macht, als erlaubt und wie man trotzdem dünn bleibt trotz der Ärzte und dem Essen. 
Ich bin es nicht gewohnt von so vielen Menschen umgeben zu sein. 
Und Louis, er ist so laut und voller Energie. Ständig will er irgendetwas mit mir spielen, aber dafür habe ich gar nicht die Kraft. Ich muss mich erst an die Lautstärke und Menschen gewöhnen, die außerhalb der Klinik sind. Raus aus dem  Haus gehe ich deswegen selten, weil es draußen auf der Straße noch lauter und durcheinander ist, als im Haus. Außerdem habe ich das Gefühl, dass mich alle Menschen wegen meinen Körper anstarren, obwohl ich schon Jogginghose und einen Hoodie trage, damit man so wenig wie möglich an meiner Körperform erkennt. Ich denke, ich muss mich einfach an all das gewöhnen, denn besser wird es nicht. Es wird immer so laut und durcheinander bleiben. Aber ich hoffe, dass ich es schaffen werde komplett gesund zu werden. 
Deine Maya

Hamburg den, 21. Februar 2020

Liebes Tagebuch,

es sind schon 3 Tage her, dass ich nach 3 Monaten aus der Klinik gekommen bin. Es war sehr befreiend. Ich musste nicht mehr durch Zwang gefüttert werden und es gab keine blöden Pfleger, die mich auf jeden Zentimeter nach Essenreste durchsucht haben. Ich kann jetzt mir Zeit lassen beim Essen und werde nicht nach einer bestimmten Zeit von einem Gummischlauch penetriert und „zwangsgefüttert“. Es fühlt sich super an Zuhause zu sein, wo man nicht die ganze Zeit von fremden Menschen umgeben ist. Hier zuhause werde ich mehr oder weniger verstanden und nicht wie ein todkrankes Tier behandelt. Jedoch nervt Stöpsel wieder herum. Ich habe so ein Gefühl, dass er gar nicht daran interessiert ist, sondern er mich einfach damit nerven will. Aber er ist auch ein ganz süßer Bruder. Meine Mutter kocht immer noch super, wie vor 3 Monaten. Es schmeckt anfangs super, doch es wird immer weniger lecker und sieht dann immer mehr unappetitlich aus. Ich fühle mich immer noch nach dem Essen dick, wie ein Ballon. Es ist so, als würde ich einen Kampf gegen meinen eigenen Körper führen. Und wenn ich was sagen will zum Thema Essen oder meine Meinung sagen will, wird es eh keinen interessieren, weil sie alle denken ich bin im Kopf krank und muss unbedingt in eine Klinik. Daher habe ich vom letzten Mal gelernt und werde nicht nochmal so offen die Wahrheit sagen. Denn wenn ich es nochmal tun werde, werden sie mich wieder reinwerfen. Die denken ich muss unbedingt der Norm entsprechen. Aber solange ich es nicht wieder zu offensichtlich mache, kann ich mich entspannen. Ich will MEINEN perfekten Körper haben, nicht den perfekten Körper, den sie von mir wollen. Also, damit ich nicht wieder zu dick fühle nach dem Essen, muss ich mir wieder einen Trainingsplan erstellen oder so etwas ähnliches. Denn als ich vor 3 Tagen zurück kam, ging es mir gut bis ich in meinem Zimmer in den Spiegel schaute. Es war grausam anzusehen, was die Pfleger mir angetan haben. Ich war komplett in Schock versetzt. Ich musste mich erstmals auf das Bett legen und es verkraften. Ich hab jetzt ein noch schlimmeres Bild von mir als früher.  Wenigstens bin ich mit meiner Familie zuhause. Ich freue mich, wieder das normale Leben leben zu dürfen und endlich wieder frei zu sein.

Maya

(Texte von Anthony, Felia und Nils)